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MARQUARDTHARALD
Arbeiten auf Papier,
Objekte & Projekte.
"Schluchten, Brücken, Türme und Stützen" Werkzyklus 2015/2016
Aus einem ausrangierten Bündel schwarzlackierter, ellenlanger Vierkanthölzer entsteht MarquardtHaralds neuer Werkzyklus. Der Stuttgarter Künstler tüftelt, konstruiert und baut. Türme und Brücken kommen zum Vorschein. Schnell gesellen sich auch Schluchten und Stützen dazu.
Obgleich die Arbeiten in abstrahierter Form Ausdruck finden, macht doch der Betrachter die dominierenden Richtungen aus, die sich in allen Werken wiederfinden: vertikal, horizontal und diagonal. Wobei sich folgende Gleichungen ergeben: Turm = senkrecht, Brücke = waagrecht, Stütze = diagonal. Der versierte, ideenreiche Künstler fügt dieser eher technischen Materie der Baukunst jedoch noch eine weitere Bedeutungsebene hinzu: philosophisch betrachtet steht das Vertikale für den Himmel, das Horizontale für die Erde und das Diagonale für den Menschen, der zwischen Himmel und Erde steht und als Stütze fungiert. In MarquardtHaralds Stützwinkeln (2016) treten alle Richtungen aufs Minimalste reduziert auf.
Das Interesse an diagonalen, horizontalen und vertikalen Elementen ist bereits in vorherigen Werkzyklen des produktiven Künstlers erkennbar. 2002 stützte MarquardtHarald seine Engelsskulpturen in "Gestützte Engel fliegen besser". Ebenso in der Serie "Seelenknochen" (2012–2014/15): auch hier sind diagonale, senkrechte und waagrechte Elemente zu erkennen, die runenartig reduziert auftreten.
Ohnehin arbeitet MarquardtHarald vorwiegend reduziert oder zur Reduktion hin. Ganz besonders deutlich wird das, wenn man die Turmkonstruktionen auf Papier betrachtet, die im Laufe des Werkzyklus immer weiter abstrahiert werden. Der Turm aus Turmkonstruktion (2016; in umgedrehter Form Käfig) wandelt sich zu Türmen, die mit Akzenten in Grundfarben versehen sind. Noch abstrahierter zeigen sich die Türme flächig und geneigt bis sie monumental als flache Formen nur noch vage an solche Bauten erinnern (Turm mit dreiSäulen und drei große Türme; 2016). Auffallend ist, dass viele der Türme auf Papier oder aus Holz geschaffen die Schwere nach oben verlagert haben; wobei das Massive nur einen Schutz, eine Haube darstellt, die das darunterliegende Gerüst verdeckt. Umgedreht (als Käfig) wirkt die Konstruktion leicht und evoziert das wirre, aber durchaus organisierte Geäst eines Baumes.
Mit seinen Arbeiten, die Schluchten zum Inhalt haben, zeigt der ingeniöse Künstler auch raffinierte, perfekt und detailliert ausgearbeitete skulpturale Konstruktionen. So ist bei Brückenschlag (2016) die in hellem, naturbelassenem Holz gearbeitete Brücke manuell aus der dunkel lasierten Schlucht herausnehmbar. Sowieso fällt die handwerkliche Präzision der Skulpturen, die aus unterschiedlichsten Materialien wie zum Beispiel Holz, Eisen, Blei und Messing bestehen, und deren feine, akkurate Ausarbeitung ins Auge. Im Gegensatz dazu stehen die teils spontan wirkenden Arbeiten auf Papier mit ausgeprägter künstlerischer Handschrift, mit denen der Künstler die „Brücke“ als Überprüfung zur Skulptur schlägt.
Alix Sharma-Weigold, M.A.
Im September 2016
Projekt im Öffentlichen Raum (DÜRRLEWANGPARK) 2019/2020
Nach Abschluss dieser Werkserie erhielt ich von der Stadt Stuttgart den Auftrag die Eingangs-Stelen
zum neuen "DürrlewangPark" zu gestalten und zu realisieren. Weitere Informationen dazu unter dem Menüpunkt - "Projekte".

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